Rückblick erste Hälfte 2014

Tuesday, 26 August 2014 by

Hallo zäme

Nach einer längeren Funkstille, melde ich mich wieder zurück!

Das Jahr 2013 war geprägt von vielen Verletzungen und daher für mich ein Jahr, welches mich lehrte geduldig zu sein. Nach den schönen „Winterferien“ auf der Dominikanischen Republik, kam ich sehr erholt und hoch motiviert nach Hause. Wie in jedem Jahr begannen wir die Trainingssaison mit einem Trainingslager in Andermatt. Schwitzen auf den Langlaufskis und eine Schneeschuh Wanderung standen neben dem spezifischen Training auf dem Programm. Wie immer war es ein angenehmer Start ins neue Jahr.

Nachdem ich mich letztes Jahr primär auf den Boden fokussiert hatte, begann ich dieses Jahr wieder mit dem Mehrkampftraining. Ein tolles Gefühl wieder an allen Geräten turnen zu können, obwohl mein Körper nicht mehr ganz so strapazierfähig ist wie früher. Dies zeigte sich sehr bald, meine immer wiederkehrenden Schulterprobleme verhinderten einen kompletten Aufbau. Ich musste längere Zeit Physiotherapie machen und entschied mich im ersten halben Jahr auf die Ringe zu verzichten. So konnte ich die anderen 5 Geräte schmerzfrei trainieren.

Die Wettkampfsaison begann ich am Weltcup Turnier in Cottbus, welches ich bereits zum 7. Mal bestritt. Wegen meiner Schulterprobleme konzentrierte ich mich nur auf den Boden. Ich war sehr optimistisch, da ich im Training die Übung sehr gut beherrschte. Ich konnte meine Trainingsleistung im Wettkampf gut abrufen und beendete die Qualifikation auf dem 4. Rang mit 14.966. Die Übung war nicht perfekt aber OK. Am Finaltag war ich trotz meiner Trainingssicherheit etwas nervös. Ich konnte eine Nahe zu perfekte Übung durchziehen und begann nur in der letzten Bahn einen Schrittfehler. Das Ergebnis war der 2. Rang mit einer super Note von 15.25. Ich war unglaublich glücklich über diesen Start in die Saison. Nach Cottbus hatte ich noch vier Wochen Vorbereitungszeit bis zur erste EM-Selektion. Das Ziel war 5. Geräte zu turnen. Mit viel Wille und Physiotherapie hatte ich es geschafft, mich für die EM-Selektion einigermassen fit zu machen. Ich war aber noch nicht top in Form an allen Geräten, dies zeigte sich auch am Wettkampf. Am Reck wie auch am Sprung musste ich je einen grossen Fehler hinnehmen. Pferd und Barren verliefen gut und am Boden konnte ich wieder eine 15.25 erzielen. Ich war mit meiner Leistung nicht zufrieden, wusste aber wo ich mich noch steigern musste. Eine Woche später hatte ich bereits die Chance es besser zu machen. Aufgrund der guten Trainings konnte ich mit mehr Selbstvertrauen diesen Wettkampf bestreiten. Mir gelang ein super Wettkampf, an allen Geräten befand ich mich unter den besten 3 Turnern. Am Boden und am Sprung war ich sogar der Beste. Wie am Swiss Cup 2013 gelang mir einen Roche in den perfekten Stand. Ich freute mich so gut geturnt zu haben und damit die EM Selektion geschafft zu haben. Zwei Wochen später reisten die EM-Teilnehmer nach Frankreich an den Länderkampf gegen Grossbritannien, Deutschland und Frankreich. Meine langjährige Entzündung an der Achillessehne verhinderte den Start an fünf Geräten, ich bestritt nur drei Geräte Pferd, Barren und Reck. Diese drei Übungen gelangen mir gut. Es war zwar noch nicht perfekt, aber das wollte ich mir für die EM aufsparen. Wir erreichten knapp hinter Deutschland den vierten Platz. Am 17. Mai reisten wir nach Sofia an die Europameisterschaften. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle und auch das Hotel war hervorragend. Im Training verlief alles wie geplant und die Vorfreude auf den Wettkampf war gross. Im Podiumstraining konnten wir das erste Mal auf dem Wettkampfplatz trainieren. Die Halle war angenehm und die Geräte auch. Das Podiumstraining verlief aber alles andere als gut. Wir hatten sehr viele Stürze und machten viele kleine Fehler. Dann entkam ich auch noch knapp einem schlimmen Sturz am Sprung. Als ich auf dem Brett abspringen wollte, rutschte dieses unter meinen Füssen weg. Ohne Schwung machte ich trotzdem den Überschlag mit Doppelsalto und fiel um 10 cm nicht direkt auf dem Nacken. Der Schock war nicht nur mir ins Gesicht geschrieben. Trotz Schmerzen und einem unguten Gefühl turnte ich noch weiter. Nach dem Podiumstraining wurde ich von unserem Ärzteteam sofort behandelt. Einen Tag später entschieden die Trainer und ich, dass ich aus Sicherheitsgründen auf den Start am Sprung verzichte und mich auf die anderen vier Geräte fokussiere. Am Wettkampftag waren wir alle gut drauf. Dank Schmerzmitteln und guter Behandlung verspürte ich kaum noch Schmerzen im Nacken. Der Wettkampfmodus war drei Turner pro Gerät und alle drei zählen. Das bedeutet jeder Fehler zählt in die Wertung. Unser Startgerät war das Reck. Wir turnten zwar alle durch, jedoch mit kleineren Fehlern. Auch am Boden, Ringe und Sprung hatten wir keinen Sturz aber verloren Punkte aufgrund kleiner Fehler. Am Pferd hatten wir den einzigen Sturz des Wettkampfes, eine deutliche Steigerung am Pferd gegenüber früheren Wettkämpfen. Vor dem letzten Gerät, dem Barren, hatten wir etwa 3 Punkte Rückstand auf die Finalplätze, eigentlich kaum aufzuholen. Trotz einer super Leistung verpassten wir den Teamfinal um 0.25 Punkte. Die Enttäuschung war gross. Erfreulicherweise konnten wir aber drei Einzelfinalplätze (Michael Meier am Sprung, Oliver Hegi am Reck und ich am Boden) ergattern. Dies lag über allen Erwartungen. Als 7. erreichte ich den Final mit 15.00. Mein Ziel war es mich im Final noch einmal zu steigern. Ich war überglücklich nach 8 Jahren wieder in einem Gerätefinal zu stehen und bekam beim Einmarsch richtige Gänsehaut. Ich wusste, dass ich die Übung beherrsche aber sie musste perfekt sein für eine Medaille. Leider musste ich gleich nach der ersten Bahn einen grossen Hupf machen, da waren die Medaillenplätze schon in weite Ferne gerutscht. Trotzdem turnte ich sehr gut weiter und stand auch die letzte Bahn sehr schön. Mit 14.90 belegte ich schlussendlich den 7. Rang. Direkt nach dem Wettkampf war ich ziemlich enttäuscht, da ich mir andere Ziele gesetzt hatte. Im Nachhinein bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Leistung und optimistisch für die Zukunft.

Nach der EM reiste ich mit meiner Freundin in die Ferien nach Island. Mit dem Auto umfuhren wir die ganze Insel und waren begeistert von der Landschaft, weniger vom verregneten Wetter. Nun bin ich seit 9 Wochen wieder im Training und bereite mich auf die kommenden Wettkämpfe vor. Ende August sind zwei Selektionswettkämpfe für die WM in Nanning (China). Leider plagen mich zurzeit wieder meine Schulterprobleme, wodurch ich eine Trainingspause einlegen muss.

Leider reicht es nicht mehr um den Rückstand aufzuholen. Somit verzichte ich auf den Start der Schweizer- und Weltmeisterschaften.

Nächstes Jahr werde ich aber wieder voll bereit sein und angreifen.

Merci für eure tolle Unterstützung!

Claudio

Nur 3 Geräte an der SM

Thursday, 12 September 2013 by

Letztes Wochenende konnte ich an den Schweizermeisterschaften in Montreux wegen einer Achillessehnenentzündung leider nur an 3 Geräten starten. Seit drei Wochen belastet mich die Sehne, so dass ich keine Sprunggeräte turnen kann. Ich absolvierte Pferd, Barren und Reck. Pferd und Barren gingen ein bisschen in die Hosen. An beiden Geräten stürzte ich. Am Reck konnte ich meine Übung sauber durchziehen und erreichte das Finale.

Am Finaltag absolvierte ich also nur Reck. Mit dem Tkachev 1/2 Drehung erschwerte ich meine Übung um ein D Element. Dies gelang mir (wenn auch ein bisschen nahe an der Reckstange), einigermassen gut. Doch beim folgenden Element musste ich das Gerät verlassen, wegen eines Lederrisses. Das war das erste Mal in meiner Karriere, dass das Leder riss.

Trotz der “schlechten Schweizermeisterschaften” werde ich an der WM in Antwerpen starten können. Wenn die Achillessehne wieder Gesund ist, werde ich am Boden und am Barren an den Start gehen. Am 25. September fliegen wir nach Antwerpen und am 30. absolvieren wir unseren Wettkampf.

Aber zuerst kommt noch die Mannschaftsmeisterschaften mit den Bernern. Wir sind in der Nationalliga B und wollen den Aufstieg in die Liga A erreichen. Mit einem sauberem Wettkampf könnte es möglich sein. Also HOPP BERN :-)

Eidgenössischer Turnfestsieger 2013

Sunday, 16 June 2013 by

Mir ist die Titelverteidigung geglückt. Ich bin mega happy und gleichzeitig stolz über meine Leistung. Im Vorfeld des ETF konnte ich nur gerade 3 Wochen intensiv an meinen Übungen arbeiten. Der Mittelfinger schmerzte vorher zu stark. Die Ruhepause, die Therapie und die richtige Dosierung im Training sind somit perfekt aufgegangen. Ich startete mein Wettkampf am Boden und zog fünf Geräte ohne grössere Probleme durch. Am Schlussgerät Reck unterlief mir noch ein Fehler, welcher ich jedoch gerade noch korrigieren konnte. Am Schluss reichte es knapp zum Sieg. Ein super Publikum unterstützte mich von A-Z. Das war eine Freude zu turnen. Jetzt turne ich noch ein paar Shows am ETF, gebe Autogrammstunden und geniesse einfach die tolle Stimmung unter allen Turnern.

Ausblick ETF Titelverteidigung

Thursday, 13 June 2013 by

Die Vorbereitung für das ETF in Biel verlief gut. Einzig der Mittelfinger schmerzt seit Monaten. Trotzdem biss ich mich im Training durch. Ich bin für die Titelverteidigung bereit. Vor meiner Haustüre zu turnen ist ein ganz spezielles Gefühl. Eine Titelverteidigung ist letztes Mal Jack Günthard in den Jahren 1951/1955 gelungen. Ich bin super motiviert das Double zu schaffen. Aber jetzt heisst es fokussieren und am 15. Juni Vollgas geben.

Rückblick EM Moskau 2013

Monday, 22 April 2013 by

Im April turnte ich an der EM in Moskau im Mehrkampffinal. Fünf Geräte liefen einwandfrei. Am letzten Gerät verturnte ich die letzte Bahn (Dreifachschraube) und musste mit den Händen auf den Boden greifen. So beendete ich den Wettkampf auf dem 9. Rang. Das ärgert mich, weil ich so nah an einem Diplomrang war. Trotzdem bleibt die EM in bester Erinnerung.

Rückblick OS London 2012

Friday, 10 August 2012 by

Nach Peking 2008 waren dies bereits meine zweiten Olympischen Spiele. Diese Eindrücke und Emotionen waren fantastisch. In der North Greenwich Arena zu turnen ein wahres Vergnügen. Im Mehrkampffinal turnte ich sehr gut und erreichte mit dem 17. Rang die beste Klassierung eines Schweizers seit 1984. London war der Hammer!

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